Wäre sehr an anderen Langzeiterfahrungen mit der SM630 interessiert... Hier kommen schon mal meine...
Geplant war, eine (Pseudo-)Sumo als Zweitfahrzeug zu bewegen (Fahre sonst eine Buell XB), die Wahl fiel auf Husqvarna, weil mir die Kürbisstreiber auf'n Sack gehen und ich mich als Husky-Fan bezeichnen würde. Ne 630er schien mir vernünftig, weil ich nicht so der Wartungs-fetischist bin und weil sie eben gerade noch so als echte Husky durchgeht und sogar einen Doppelnocker hat. (Konzept stammt noch aus Vor-BMW Zeit). Ausserdem ist sie für Schotterpisten (Bardonecchia, Ligurien) und Langstreckeneinsatz (Albanien) vorgesehen und hat als einzigste eine erträgliche Sitzbank.
SM630 weiss
Erstzulassung 05/2011, gekauft als Vorführer mit 200km im Juli 2011, exportiert nach CH
1000km: Erster und letzter Service beim Husky Händler, danach JD Jetting EFI Tuner installiert, Lambdasonde disabled, Luftfilter aufgemacht.
1500km: Orginalbereifung gegen Mutant getauscht, der Originale Dunlop hatte eine Vollglatze auf gesamter Breite
4500km: S'gab keine Mutant bei meinem Reifenhändler also hab ich kurzerhand PiPo's montiert. Mutant war vorne wie hinten durch.
5000km: Erste gröbere Bodenprobe, Lowsider, über Vorderrad weggeschmiert, zu viel Druck im Reifen (2.2) und man kriegt Probleme mit dem Pipo, verbogener Fussbremshebel, Handguards haben schlimmeres verhindert. Seitdem kontrolliere ich meinen Luftdruck selber, wenn ich vom Reifenhändler komme, optimal sind 1.8/2.0
6000km: Erster Service bei meinem Haus- und Hof Mechaniker, alles Paletti, Ventilspiel war in Ordnung, keine Auffälligkeiten
8000km: neuer Satz Mutant fällig, Vorderreifen wäre noch knapp gegangen aber trotzdem ausgetauscht, weil die Fuhre mit den abgefahrenen Flanken vorne ziemlich kippelig wird.
10000km: Teilnahme an der Stella Alpina 2012, Sumo auf Schotterpisten ist gar-nich mal so schlecht, zuerst wird man ein bisschen belächelt, wenn man dann aber an einer 690er Enduro vorbeisticht dann ist innerer Reichsparteitag angesagt. Die Mutanten sind auch auf Schotter gut beherrschbar. Einzig das kleine Vorderrad ist nicht ganz so spassig.
12000km: 2ter Service, zwar leicht überzogen aber alles i.O., neue Mutanten werden auch aufgezogen, dieses Mal hätte mich die Rennleitung nicht mehr anhalten dürfen.
14000km: Ligurische Grenzkammstrasse steht auf dem Programm. Ich bin der einzigste Sumo Fahrer unter lauter Enduro Treibern. Kann zwar selbst auf der kniffligen Nordschleife mithalten, die Räder sind aber definitiv am Limit, Delle im hinteren Felgen eingefangen, ist zum Glück nicht so schlimm, werde aber über einen Enduro Radsatz nachdenken.
16000km: 3ter Service, alles i.O.
20000km: (Oktober 2012) Nach 4000km Balkan (Albanien, Montenegro, Kroatien), davon ca. 2000km auf Schotter ist der Tacho vollständig ausgefallen und wird von Husqvarna auf Garantie ersetzt. Der Service fällt etwas teurer aus, da ich die Kette und Kettenrad austauschen lasse. Hinten kommt ein 43er drauf. Die Husky geht damit echt phantastisch. Allerdings ist VMax jetzt auf knapp über 150 gesunken. Aber wen juckt das schon. Auf Ebay habe ich einen Excel Enduro Radsatz mit Husky Naben für umgerechnet 560 Euro geschossen. Vorderrad kriegt eine 320er Scheibe (ca 350€), am Bremssattel muss ein bisschen was weg damit die Speichen dran vorbeikommen. Am Hinterrad wird ein 41er Kettenrad verbaut, das geht sich mit der Kette gerade so aus. Es werden neue TKC80 aufgezogen.
27000km: Nach 3000km mit Sumo Rädern, 4000km mit Enduro Rädern gibt's einen sehr späten Service. Obwohl die Husky schwerste Geländeeinlagen mit Bodenproben überstehen musste ist alles soweit i.O. Lediglich die Kupplungspumpe sifft und muss gerichtet werden. Natürlich hat die Optik etwas gelitten (Sämtliche Plastik Verkleidungen und die Pötte sind endurotypisch zerkratzt). Steuerkette ist immer noch OK, bin mir aber nicht schlüssig ob ich sie dennoch austauschen soll. Die Sumo Reifen sind beide hinüber und werden durch Bridgestone BT 016 ersetzt. Der hintere TKC 80 ist ebenfalls fertig nach 3000km und muss ersetzt werden.
FAZIT:
27000km / 2 Jahre purer Fahrspass ohne mir ständig Sorgen um die Wartung machen zu müssen. Werde die 630 auch nächste Saison wieder fahren. Mal schau'n wie lang sie das durchhält. Durchzug/Beschleunigung sind eher noch besser geworden. Ich verwende immer noch die Original Pötte, die sind aber mittlerweile fast so laut wie gängige Zubehör Modelle. Ich vermute das sich da schon Teile vom Kat und der Dämmung verabschiedet haben. Die Leistung ist völlig ausreichend auf Landstrassen. Meine Buell Kollegen sind immer ganz scharf darauf die Husky zu fahren. (Wir tauschen hin und wieder die Mopeds). Alle sind vom Fahrwerk und der lässigen Art wie sie hochdreht begeistert. Mit Enduro Rädern bin ich mit den TKC80 Schlappen mittlerweile genauso schnell wie mit den SUMO Schlappen. Auf ganz schlechten Strassen ist kein Kraut gegen ein 21 Zoll Vorderrad gewachsen. Einzigstes Manko, die Enduro Räder sind in der Schweiz nicht eintragungsfähig und müssen illegal bewegt werden. Die Wartungskosten sind bis jetzt sehr überschaubar. Mittlerweile ist die SM630 zu meinem Hauptfahrzeug geworden. Kein Bock mehr auf Schwermetall. Ich bin gespannt was die Ex-Husky/Husaberg Inschenöööre aus dem Hut zaubern, hoffentlich ein würdiges Nachfolgemodell für die 630...
Also dann lasst mal hören wie Euro Erfahrungen mit der 630 so sind...
Greetz Ralf