Für dieses Jahr genug Glück gehabt!

Egal welche Husqvarna, HIER wird geschraubt, getunt, repariert und gefachsimpelt !!!

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Wildzy
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Re: Für dieses Jahr genug Glück gehabt!

Beitrag von Wildzy »

Cool, danke für die ausführliche Info!

Der Unterschied wird ja bereits auf dem ersten Bild deutlich. Im Vergleich zur normalen Nockenwelle kann das Gas wohl deutlich länger aus- bzw einströmen! Wirkt es nur auf den Bildern so oder ist der Ventilhub etwas kürzer?

Aber ich denke da habe ich Pech, die Kontur meiner Nocken ist definitiv spitzer!

Grüße,
Marius
bastel

Re: Für dieses Jahr genug Glück gehabt!

Beitrag von bastel »

Nockenhöhe TC zu TE-SMR ist gleich, auch die Auslassnocke öffnet jeweils bei 89°und schließt bei 40°. Nur die Einlassnocke unterscheidet sich, TE-SMR öffnet bei 50° und schließt bei 77° und TC öffnet bei 30° und schließt bei 85°.
sespri
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Re: Für dieses Jahr genug Glück gehabt!

Beitrag von sespri »

Bei Fiat DOHC Motoren aus den 80er Jahren hat es sich eine Weile zugetragen, dass die Kunststoffräder wo der Zahnriemen drauf lief, rissig wurden. Nix lose, nix wackel, nur ein ganz feiner Haarriss von der Zentralmutter der Nockenwelle ausgehend etwa so 10 - 15mm. Hast fast nicht gesehen und ging auch eine Weile bis vom Importeur eine Kundendienstmassnahme erfolgte. Tauschen der Räder gegen solche aus Metall, dann war Ruhe.

Hattest du einen Riss, hämmerte es im Rhythmus des Motorlaufes - man hätte meinen können, da sitze einer mit dem Schlackenhammer unter dem Ventildeckel. :klopp: 8-) So eine lose Schraube könnte sicher auch einen ähnlichen Effekt auslösen.

Zu den Zahnscheiben - könnte mir vorstellen, dass die Überlegung die flache Bauweise war. Schraubenkopf liegt so dann auch relativ bündig an. Sauber entfetten, Loctite, anknallen und gut ist - wüsste jetzt nicht, warum das nicht gehen sollte. Und auch wenn ein geringer Fettanteil toleriert wird, bin ich der Meinung, das Zeugs muss fettfrei sein - und zwar richtig fettfrei! Mit Vergaserspray Schraube, Zahnscheibe und Gewinde sauberst reinigen, dann hält es auch. Ich bin überzeugt, das ist der Schlüssel zum Erfolg. Restfett :roll: ...naja, wenn die Schraube vielleicht 50mm ins Loch reindrehst, aber nicht bei so einem kurzen Stummel, da zählt jeder Millimeter bzw. würde ich mich nicht auf Experimente einlassen.
bastel

Re: Für dieses Jahr genug Glück gehabt!

Beitrag von bastel »

... so ein Werdegang in einem Betrag hat manchmal was von dem Spiel "stille Post". Aus einer zitierten eigentlich positiven Eigenschaft eines Klebers "Erwiesene Toleranz gegenüber geringen öligen Verschmutzungen durch Industrieöle, z. B. gegen Motor-, Korrosionsschutz- und Schneidöle" wird schlussendlich "Restfett". Ich denke die Aussage von Loctite bezieht sich auf Arbeitsumgebungen die es nicht zulassen 100% zu entfetten bzw. gibt es Materialien die sich nicht ohne weiteres entfetten lassen. Wenn man mal verschiedene Materialien auf eine saugende Unterlage legt und diese in den Backofen bei 150°C packt, dann wird einem schnell klar was ich meine. Offenporige Gussteile sind da extrem, selbst nach 70°C heißen und alkalischem Ultrashall reinigen kommt noch einiges an Öl aus dem Guss. Schraubensicherung verklebt jetzt auch nicht im herkömmlichen Sinne, sie füllt nur die offenen Bereiche im Gewinde, deshalb dichtet die Schraubensicherung auch sehr gut. Die Schraubensicherung im Gewinde dient eigentlich mehr der Hemmung gegen lösen als dem verkleben an sich. Ich denke auch, mit neuen Schrauben und Zahnscheiben, diese dann noch wie vorgeschrieben mit Schraubensicherung gesichert, da geht nichts mehr schief. Husqvarna gibt im übrigen Loctite 242 als Schraubensicherung vor. Ich hab meine mit Loctite 2701 hochfest gesichert, gehört aber eher zu schwer wieder zu lösenden Schraubensicherungen aber darum geht es ja bei diesen Schrauben. Ebenso hab ich die Mutter am Impeller gesichert. Öffnen für mich bisher problemlos möglich.

Hier gibt es mal was zum Schmökern.

http://www.loctite.de/de/content_data/8 ... g_0708.pdf

bastel hat geschrieben:... beim Loctite 243 wird folgene Eigenschaft angepriesen, sollte hier von Vorteil sein.

Erwiesene Toleranz gegenüber geringen öligen Verschmutzungen durch Industrieöle, z. B. gegen Motor-, Korrosionsschutz- und Schneidöle.
sespri hat geschrieben:Und auch wenn ein geringer Fettanteil toleriert wird, bin ich der Meinung, das Zeugs muss fettfrei sein - und zwar richtig fettfrei! .... Restfett :roll: ...naja, wenn die Schraube vielleicht 50mm ins Loch reindrehst, aber nicht bei so einem kurzen Stummel, da zählt jeder Millimeter bzw. würde ich mich nicht auf Experimente einlassen.
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dr.-hasenbein
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Re: Für dieses Jahr genug Glück gehabt!

Beitrag von dr.-hasenbein »

@Firebeast

Wieso sind Kronenmuttern mit Splint nicht als Schraubensicherung wirksam ???

Aus meiner Zeit in der ich in (Klein)Flugzeugen Avioniker gemacht hab konnte ich sehen, dass komplette Flugzeuge NUR aus solchen Verbindungen bestehen... !? Ist für manche Verbindungen sogar Vorgeschrieben
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Firebeast
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Re: Für dieses Jahr genug Glück gehabt!

Beitrag von Firebeast »

Huskyschrauber hat geschrieben:@ Firebeast: Bin mal gespannt ob du an deinem Moped eine einzige Spannscheibe findest....
Ja, ich glaube auch, dass es nur wenige sind, falls überhaupt irgendwo eine verbaut ist. Das ändert aber nichts
daran, dass kritische Schraubenverbindungen in den Griff zu bekommen sind durch Verwendung von glatten oder profilierten Spannscheiben verschiedener Hersteller, Sperrkantscheiben, Schnorr- und Nordlock-Scheiben und andere,
dann noch Kleber ... und natürlich durch clevere Konstruktion.
dr.-hasenbein hat geschrieben: Wieso sind Kronenmuttern mit Splint nicht als Schraubensicherung wirksam ???

Aus meiner Zeit in der ich in (Klein)Flugzeugen Avioniker gemacht hab konnte ich sehen, dass komplette Flugzeuge NUR aus solchen Verbindungen bestehen... !? Ist für manche Verbindungen sogar Vorgeschrieben
Die Zeiten ändern sich! Es hat sich gezeigt, dass diese Elemente bei Schrauben ab 8.8er Festigkeit nicht mehr richtig funktionieren, die Splinte z.B. können abscheren. (Tabellenbuch weist auf diese Problematik hin!). Federringe werden einfach nur plattgedrückt und bringen eine zusätzliche (unerwünschte) Trennfuge mit sich (Setzung) Zahnscheiben sind bestenfalls in der Elektroindustrie noch geduldet. Die Normen wurden zurückgezogen. Es ist höchst verwunderlich, wie oft man aber noch so´nen Schrott auch bei neuen Fahrzeugen, Maschinen oder Apparaten findet.
Das Hauptproblem ist meistens die Setzung der Schraubverbindungen. Dieser kann man am besten entgegenwirken durch Elastizität der Verbindung. Das erreicht man eben am besten durch geeignete federnde Scheiben und /oder ausreichender Klemmlänge. Eine weitere Sicherung ist dann noch das Kleben, z.B. durch unser allseits beliebtes LOCTITE. Querbelastete Verbindungen sollten möglichst vermieden werden, es sei denn, die Querkraft wird durch einen Formschluss aufgenommen.

:prost:
Beast

EDIT:
Übrigens: Ich bin KEIN HÄNDLER für Maschinenelemente!!! :Uffbasser: :cool2:
Zuletzt geändert von Firebeast am 01.07.14 - 11:21, insgesamt 1-mal geändert.
Ich bin krank! Hab die Symptome gegoogelt; Also es gibt drei Möglichkeiten:
Pest, Borkenkäfer oder Zylinderkopfdichtung... :freak: :ka:
bastel

Re: Für dieses Jahr genug Glück gehabt!

Beitrag von bastel »

... wenigstens ich hab eine Spannscheibe an meiner ollen 570ig :Top: aber man kann es kaum glauben, zusätzlich gesichert mit einer Fächerscheibe :mrgreen:

Ritzelverschraubung

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Firebeast
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Re: Für dieses Jahr genug Glück gehabt!

Beitrag von Firebeast »

bastel hat geschrieben:... wenigstens ich hab eine Spannscheibe an meiner ollen 570ig :Top: aber man kann es kaum glauben,
zusätzlich gesichert mit einer Fächerscheibe :mrgreen:
:shock: Das ist echt der Hammer, ist das original so??? :shock:

Das ist ungefähr so, als kettet man sein geliebtes Moped mit dem besten Schloss,
das es am Markt gibt, an einen Maschendrahtzaun ... :-?
Ich bin krank! Hab die Symptome gegoogelt; Also es gibt drei Möglichkeiten:
Pest, Borkenkäfer oder Zylinderkopfdichtung... :freak: :ka:
bastel

Re: Für dieses Jahr genug Glück gehabt!

Beitrag von bastel »

... auf keinen Fall :mrgreen:
Firebeast hat geschrieben: :shock: ist das original so??? :shock:
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Wildzy
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Re: Für dieses Jahr genug Glück gehabt!

Beitrag von Wildzy »

Hi Leute,
kleines Problem.
Ich hatte heute etwas Zeit und wollte mich schonmal an die Demontage machen, bis auf das NoWe-Lager wasserpumpenseitig hat auch alles geklappt. Das rechte Lager ging nach einer Heißluftbehandlung ab. Habe die Nockenwelle inkl. Lager dann eingfroren und das Lager anschließend erwärmt, nichts tat sich.
Abzieher fällt an der Stelle wohl wegen der tiefen Zentrierbohrung pumpenseitig flach.

Ich brauche dringend Rat, wäre super könnte mir jemand einen kleinen Tipp geben!

Danke,
Marius
bastel

Re: Für dieses Jahr genug Glück gehabt!

Beitrag von bastel »

... Rohr anfertigen, im Außendurchmesser 0,2mm kleiner als der Innendurchmesser des Nockenwellenlagers. Bohrungsdurchmesser des Rohres 0,2mm größer als der Wellendurchmesser im Bereich der Wasserpumpendichtung. Das Rohr muss sich vor dem Nockenwellenlager am Bund abstützen. Rohrlänge 10mm länger als das Gewinde der Impellerbefestigung. Rohr aufsetzen, die Klauen des Abziehers hinter dem Lager und die Abdrückspindel am angefertigten Rohr ansetzen. So passiert dem Impellerbefestigungsgewinde garantiert nichts. Mit Sicherheit gibt es nun wieder genügend Leute, die direkt den Abzieher mit aufgeschaubter Mutter auf dem Impellergewinde angesetzt haben und das Lager so abziehen konnten. Nur hilft das nichts wenn dein Gewinde hops geht.

Gruß Bastel
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Wildzy
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Re: Für dieses Jahr genug Glück gehabt!

Beitrag von Wildzy »

Danke bastel, machst deinem Namen alle Ehre..!
Mit Sicherheit gibt es nun wieder genügend Leute, die direkt den Abzieher mit aufgeschaubter Mutter auf dem Impellergewinde angesetzt haben und das Lager so abziehen konnten. Nur hilft das nichts wenn dein Gewinde hops geht.
:rofl1:
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