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Eloxal-Fachmann hier? Gabel Standrohre: Qualitätsfrage

Verfasst: 05.03.11 - 19:13
von AWeSomE
hi,

habe ja meine gabelstandrohre + bremsscheiben innenteil eloxieren lassen. die standrohre wurden leider etwas matt, auf nachfrage wurde mir dann gesagt: "das hätte man vorher polieren müssen" gut...habe mich dann damit abgefunden...im nachhinein (2 tage später) habe dann mit dem dr.-hasenbein PNs geschrieben, da er sich da gut auskennt, er meint da ist ein fehler beim eloxieren passiert

hatte paar probleme mit der camera =/ aber man erkennt es hoffentlich...

bremsscheibe:
rot kommt nicht richtig raus...bin aber zufrieden, wurde auch nicht vorher poliert und ist trotzdem nicht so matt wie die gabelstandrohre... :roll:
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standrohre:
habe zu testzwecken mal probeweise einen holm in die gabelbrücken gesteckt und dabei ging gleich mal solche "kratzer" in das eloxal (war vorher beim "goldenen" eloxal nicht so, da konnte man problemlos 2-3 mal raus und rein ohne jegliche kratzer / farbabtragung... :twisted:

werde die gabelrohre wohl nochmal hinbringen und mit denen reden, da muss was schief gegangen sein, weil so kanns ja wohl nicht richtig sein...

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Verfasst: 06.03.11 - 11:08
von zembo
Hi,
das mit der Bremsscheibe war bei mir ähnlich, dass da kleine Fehler drin waren. Da hiess es das kommt davon dass da noch irgendwelche Rückstände auf dem Metall waren. Man hätte das schleifen können und dann erneut eloxieren, und gut wärs. War mir persönlich zu viel arbeit, da die Macken auch nur im Schraubenbereich sind und dort eh verdeckt werden. Ansonsten kannst mit nem roten Edding nachbessern... :(

Verfasst: 06.03.11 - 13:16
von dr.-hasenbein
bei der Bremsscheibe das sind Reste von Schraubensicherung, diese "isoliert" den Untergrund vor dem NaOH beim dekapieren.

die Lauge kommt dort nicht an die Werkstückoberfläche um die alte Eloxatschicht aufzulösen...

Stört in diesem Falle gar nicht weils eh vom Schraubenkopf abgedeckt wird...

wie Er schon schrieb ist die Scheibe gut geworden !

den Rest mit den Holmen hab ich dir ja schon per PN erklärt ;-)

grüße der Doc.

Verfasst: 06.03.11 - 13:37
von zembo
dr.-hasenbein hat geschrieben: den Rest mit den Holmen hab ich dir ja schon per PN erklärt ;-)
Würd mich auch interessieren 8-) Schreib doch mal hier rein.

Verfasst: 06.03.11 - 13:51
von dr.-hasenbein
dr.-hasenbein hat geschrieben:Ich sag ja mit der Schicht bei den Holmen stimmt was nicht...

bei diesem Anodisiervorgang bildet die Aluminiumoberfläche in einer zeit "X" eine Kristallschicht die zum Teil oben auf der Oberfläche aber auch in das Material reinwächst. die Eigenschaften dieser Schicht werden durch viele Faktoren beeinflusst. z.B.

Temperatur beim anodisieren >18° : technisch weiche schicht mit großen Poren die gut Farbpartikel aufnehmen. (nicht so sehr abriebfest)

Temperatur beim anodisieren <18° . technisch harte schicht, kleine Poren (oberfläche ist dichter, ergo abriebfester, aber Poren so klein das fast keine farbpartikel reingehen)

die konzentration der schwefelsäure zwischen 15% und 20%

die Zeit des vorgangs. (zb. kurze Zeit mit viel Strom, oder lange zeit mit wenig Strom, wobei "lange zeit" wiederum eine Rücklösung der gebildeten Schicht durch die Standzeit in der Schwefelsäure mit soch bringt, die sich aber auch kontrollieren lässt durch die temp. der Säure...)

etz, ist echt viel input, hab auch ne weile mit lesen und probieren gebraucht bis ich selber meine teile gut eloxiert hab.

nach dem Anodisieren wied das Werkstück gespühlt und dann in Sealingsalzflüssigkeit ~1h bei 100° gekocht, dabei verschließen sich die Poren der Kristallschicht und binden die Farbpartikel fest mit ein. deshalb kann man sie eigentlich auch nicht oben abschaben, weil sie IN der Oberfläche eingebunden sein sollten.

du schriebst schonmal das die oberfläche matt ist, das ist auch ein zeichen von falscher behandlung.

möglichkeiten:

nur in Wasser oder destiliertem Wasser gekocht deshalb Kalk einbindung in die oberfläche (kann ich mir bei einer firma aber nicht vorstellen.

Oberfläche beim Anodisieren zu heiß geworden, dadurch an der oberfläche die Schwefelsäure auch zu heiß und damit aggressiever, dadurch findet durch die Schwefelsäure eine Rücklösung der gebildeten Schicht statt...(mein Favorit, viel Strom mit wenig Zeit, weil (maschinen)Zeit=Geld, und eine Bad-umwälzung/-kühlung die dem eingebrachten Strom und der Werkstück/Säureaufheizung nicht gewachsen ist...)

kann auch ein Kontaktproblem gewesen sein

oder nicht lange genug gekocht... (dann hast du später auch ein ausblassen durch UV licht/Sonne)+ zu weiche Schicht, weil diese nicht richtig verdichtet ist... erkennbar: mit nem weißen baumwolllappen lässt sich durch reiben Farbe "abwischen"...

glaub das ist alles zu komplex was ? :verwirrt: bin ein schlechter erklärer.......

jedenfalls darf sich keine schwarze schicht abschieben lassen wie bei einer lackierung !!!!!

grüße der Doc.