Die heilige Eiermark

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jockelSZJ
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Die heilige Eiermark

Beitrag von jockelSZJ »

Mahlzeit!

Dieses Mal war ich nicht mit der Svartpilen unterwegs, vielleicht intereesierts ja doch den ein oder anderen...
Wenn Ihr nix von Fremdmoppeds lesen wollt dann gebt Bescheid.

Die Heilige Eiermark, 2. Versuch

Pfingstsonntag 2026

Im August 2024 wollte ich eine Tour in die Steiermark machen, leider habe ich mir dabei einen Platten am Hinterrad gefahren, so daß aus der Tour nichts wurde (habe damals berichtet).
Am Pfingstsonntag folgte dann der zweite Versuch.
Mopped: Die SV

3.45 klingelt der Wecker, um 4.45 fahre ich los.
Aufgrund der zu erwartenden Temperaturen in der Früh hatte ich am Vortag noch das Futter in die Hose eingezogen, außerdem hatte ich 3 dünne Pullis über dem T-Shirt.

Temperatur so angezogen angenehm.
Burghausen, Schwand, Neukirchen an der Enknach…mein Stammtankomat hat noch zu, Betriebszeiten 6 – 22 Uhr, es ist 5.19.
Egal, ich hab noch genügend Sprit im Tank, also weiter.
Über St. Johann am Walde nach Eberschwang, dort am Tankomaten vollgetankt.
Bisher wenig Verkehr, viele Rehe, daher eher piano, ich hab schon gefrühstückt.
Lambach, Kirchdorf an der Krems, Phyrnpass.
Recht wenig Verkehr, GAAAS!
Rund um die Autobahnanschlussstellen wird der Verkehr dichter, aber nicht zu viel.
Windischgarsten, Hengstpass.

Dort ist mir beim letzten Mal das kleine Hoppala passiert, ich habe das Schild Steinschlagwarnung nicht ernst genug genommen und mit dem Hinterrad einen Stein so dumm erwischt, daß der Reifen kaputtgegangen ist.
Heute passe ich besser auf, besonders im Bereich Oberlaussa bis Unterlaussa, dort ist es beim letzten Mal passiert und dort liegen auch schon wieder Steine auf der Fahrbahn.
Wegkicken traue ich mich nicht, zum Stehenbleiben ist die Strecke fast zu unübersichtlich…mit schlechtem Gewissen lasse ich das Zeug liegen.

Weißenbach an der Enns, ausnahmsweise bleibe ich nicht bei meiner Stammkonditorei dort stehen und fahre weiter, in St. Gallen geht’s dann nach links auf den Erbsattel.
Buckelpiste, ansonsten schön zu fahren.
GAAAS!

Großreifling, Palfau, dann rechts weg auch die B24, kurvig, schön zu fahren durch die Wildalpen, ich lass es laufen.

Gußwerk, nach links Richtung Mariazell, ab jetzt eher piano, einer Ortschaft weiter sind beim letzten Mal die Kieberer gestanden.
Heute stehen sie nicht, egal.
Mariazell, als ich die Tankstelle erblicke, bekomme ich Angst, so voll ist die mit Motorrädern.
Aber ich habe Glück und kann quasi sofort tanken.
Bis dato hatte ich 3 Motorräder fahren gesehen.
9.45

Kaffee, dann weiter.
Temperatur noch angenehm.
Ich mache den Fehler, Mariazell als Startpunkt aus meiner geplanten Route zu löschen, ich hätte stattdessen „aktueller Standort“ eintragen müssen.
Die Route läuft jetzt auf „Vorschau“ Funktion, damit navigiert aber nix.

Weiter die B20 Richtung St. Pölten, schöne Kurven, einige Serpentinen.
Ich lass es langsam angehen, ich warte noch auf die Kontrollstelle, außerdem bleibe ich ab und zu stehen und glotze dumm auf das Smartphone.

Am Abzweig auf die B28 dann endlich die erwartete Kontrolle, einmal für die Leute, die dort den Berg runterkommen, dann nochmal 200 m weiter auf der B20 Richtung St. Pölten.
Da ich brav gefahren bin darf ich ohne Kontrolle weiterfahren.

Dummerweise tue ich das geradeaus, ich hätte links auf die B28 abbiegen müssen.
Die Strecke führt kurvig mit ein paar Serpentinen bergab.
Irgendwann kommt mir die Sache nicht geheuer vor, ich fahre in Türnitz raus und habe den Gedankenblitz mit „aktueller Standort“….flasch gefahren….

Egal, aus dem eh nicht mehr passenden Plan lösche ich einige Wegpunkte raus und fahre die Serpentinen wieder rauf, jetzt kenne ich ja zumindest die Strecke und weiß, wo die Kieberer stehen.
Dummerweise muß ich nochmal die Baustelle mit der abgefrästen Straße fahren, außerdem ist mittlerweile der Verkehr deutlich dichter geworden, viele Ausflügler mit Wiener Kennzeichen und wie alle Hauptstädter können die nicht ohne Ampeln und mehrere Spuren auf der Straße fahren.
GRRR!
Wo frei ist gebe ich GAAAS!

Wieder oben biege ich bei Sägemühle Richtung Ulreichsberg ab, mittlerweile ist es heiß und ich muß mich auf den Fahrtwind als Kühlung verlassen, also lasse ich es laufen.
An einem schattigen Bushäuschen bleibe ich stehen und ziehe die Pullis aus und mache die Belüftungen hinten an der Jacke auf, außerdem lasse ich einen halben Liter Wasser in mir verdampfen.
Wenig Verkehr, fast alles Motorräder.

Die Straße schlängelt sich über ein Hochplateau, ich lasse es laufen, macht Spaß!
Mariazell, ein Stück zurück Richtung Gußwerk, dann rechts weg Richtung Lunz am See.

Tempo 70. Rechts steht ein fest verbauter Blitzomat. Hatte ich noch richtig im Kopf.

Die Straße schlängelt sich schön durch die Gegend, laufen lassen.
An Lunz vorbei, Göstling an der Ybbs, weiter durchs Ybbstal, Tagesempfehlung.
Die Straße schlängelt sich durch eine schöne Gegend, der Asphalt ist alt, aber griffig, fast kein Verkehr und die Radfahrer alle auf dem Radweg bzw. der Parallelstraße.
Laufen lassen!

Über die Pichlhöhe dann nach Weyer, tanken, Mittag, es ist kurz nach 13 Uhr.



Tankstelle mit Bar, draußen unterm Sonnenschirm sitzt der örtliche Philosoph, er erzählt:
Immer, wann i nix zum doun han, drink i a Bia.
Und heit han i nix zum doun (merkt man deutlich an der schon etwas undeutlichen Aussprache).
Ölscheich (gemeint ist der Tankstellenbetreiber), noch a Bia!

In der Tankstelle ein Schild:
Bevor i ins Möbelhaus geh, geh i zur Tankstöh auf a Seidl!

Kaffee und einen gspritzten Almdudler, dann weiter. Ach ja, Alle Belüftungsöffnungen aufgemacht, heiß!

Weiter die B115 entlang der Enns nach Ternberg, deutlich mehr Verkehr, stellenweise etwas nervig.
Grünburg, links auf die B140 Richtung Phyrnpass, dann vor Klaus auf die B138 Richtung Micheldorf.
Nervig viel Verkehr, heiß!

Ottsdorf, es geht 4 Serpentinen rauf Richtung Steinbach am Ziehberg, an der ersten Serpentine rechts Wald mit Platz zum Rausfahren, stehengeblieben und endlich das Futter aus der Hose genommen.
Da mittlerweile auch die linke Hand ab und zu krampft 250 mg Magnesium gelutscht (so eine Art Brausepulver), dazu etwas Kochsalz (der Leckstein hängt noch nicht am Mopped, aber ich hatte etwas eingepackt).
Alles mit einem halben Liter Apfelschorle runtergespült, jetzt sind die Getränkevorräte aus.
Die Mischung scheint gewirkt zu haben, die Krampfneigung lässt nach.
Langsam spür ich das Sitzfleisch und das linke Knie.

An der Serpentine steh ich in der Applauskurve, die Dorfjugend lässts da rauf ziemlich krachen, saftige Schräglagen.

Weiter über Scharnstein nach Gmund, ich widerstehe der Verlockung der Eisdiele in Scharnstein, beim aktuellen Sonnenstand gibt’s da so gut wie keinen Schatten, ich bin da schonmal bei 37°C in der Sonne gesessen, da hilft auch kein Eis.

Gmunden, jetzt werden Verkehr und Schnarchnasen ekelhaft, man merkt, daß man an einem schönen Sommertag ins Salzkammerschlecht kommt.

Ziemlich ätzend bis Vöcklabruck, dann auf die B143.
Mittlerweile käme eine Bar / Tankstelle mit Getränkeverkauf am Straßenrand recht, ich habe Durst, es ist heiß.
Aber die Tankstellen sehe ich zu spät und deswegen umdrehen will ich nicht…
Die B143 bis Ried ist nicht allzu stark befahren, also GAAAS! Langsam nervt die Zockelei.
Kurz vor Ried ist die Straße abgesperrt, das Schild behauptet die Straße wäre wegen Bauarbeiten ab 1.6. gesperrt, da hab ich nochmal Glück gehabt.
Die paar km nach Ried rein sind frei, etwas Gegenverkehr.
Und die Straße hat echt eine Sanierung nötig.
In Ried dann Umleitung, kenne ich schon vom letzten Jahr, bauen die da auch so langsam wie in Deutschland?

Tankstelle, tanken, Almdudler, Apfelschorle finde ich nicht.

Optionen nach Hause angesehen, das Schlaufon schlägt Altheim, Braunau, Simbach, B12 vor…
Nein.

Also fahre ich über Altheim und Neukirchen Richtung Burghausen.
Auf der österreichischen Seite gibt es einen Aussichtspunkt auf die Burg, dort gibt es auch einen Kiosk / Getränkeausschank.
Dummerweise Sonntag / Montag geschlossen, zum Glück gibt’s aber einen Getränkeautomaten, an dem ich nochmal Almdudler ziehe.
Alternativen an dem Automaten wären diverse Biere und Weinschorle.
Tatsächlich gibt’s Alkohol nur gegen Altersnachweis per Ausweis oder Führerschein, der Automat scheint aber nur österreichische Papiere zu akzeptieren, ein paar andere Leute, die alkoholisches wollen, gehen leer aus.

Burghausen, nach Hause, um 18 Uhr rolle ich vor die Haustür.

705 km in 13h15, das ging schonmal schneller.

Schöne Tour, auch wenn ich nicht alles so gefahren bin wie geplant.
Beim nächsten Mal werde ich aber etwas anders machen…
Dieses Mal war so geplant, daß ich in der Früh die Nebenstrecken zwischen grob gesagt Ried und Kirchdorf an der Krems / Micheldorf fahre, am Nachmittag dann die Hauptstrecken.
Das ist natürlich doof, in der Früh wären die Hauptstrecken noch frei, am Nachmittag wären die Nebenstrecken immer noch verkehrsarm…

Beim nächsten Mal also:
Eberschwang / Ried – Vöcklabruck – Gmunden – Scharnstein – Steinbach – Micheldorf
und auf dem Rückweg:
Micheldorf – Kirchdorf – Lambach – Gaspoltshofen – Geboltskirchen – Serpentinenstrecke über den Hausruck - Eberschwang

ciao, Jockel
XT 250, 1984
SV650S, 2001
Svartpilen 401, 2023
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